Es war so weit. Für ihn auf jede Fall. Das merkte er, als er die Uhrzeit in das google Suchfeld eintippte und auf ENTER drückte.
Er wußte nicht, warum er das tat und was er erwartete, wenn er nach 0,12 Sekunden das Ergebnis auf seinem Bildschirm lese würde. In der Zeit zwischen ENTER und Ergebnis ging ihm der Gedanke durch den Kopf, was man wohl hätte tun können von heute morgen an bis zu dieser Uhrzeit, die er gerade über den Nummernblock der ganzen Welt mitgeteilt hatte.
2:27 Uhr - Toll! Er hörte auf zu denken und begann zu lesen.
Erstes Suchergebnis Offenbarung 2,27 "Er wird über sie herrschen mit eisernem Zepter und sie zerschlagen wie Tongeschirr".
Hui, was nun? War er nun klüger? Klüger nicht aber älter. Mindestens 0,12 Sekunden.
Heute genau vor 20 Jahren am 21.Juli 1990 trat Roger Waters mit seinen Pink Floyds in Berlin auf dem Potsdamer Platz auf.
Mit seiner "Amused to death" Idee würde er es vielleicht aus heutiger Sicht lieber gelassen haben, auf dem Potsdamer Platz, auf dem heute das Sony Center und der WELT Ballon ihr Zuhause haben, zu spielen. Eventuell trieb ihn auch ein Idealismus mit der Hoffnung, es entstünde dort im Zentrum von Berlin etwas Neues. Etwas das tatsächlich Mauern einstürzen lässt. Immerhin trug das riesige Schwein, dass 1977 über den Köpfen der Zuschauer während eines Pink Floyd Konzertes schwebte die Worte “Don’t be led to the slaughter”
Das Schöne an Planungen ist, dass sie einerseits die Rahmenbedingungen für den geplanten Sachverhalt in eine handhabbare Fassung bringen sollen und damit anderseits Sicherheit für alle Beteiligten schaffen sollen.
Was geschieht nun, wenn kein Termin gefunden wird? Wie möglich wird die Planung und damit die Sicherheit?
Alles was sicher ist, ist dass wir mit Sicherheit einen gemeinsamen Termin benötigen.
Während Deutschland schwitzt und Spanien den WM Titel geholt hat, laufen auch die Vorbereitungen unbeirrt weiter. Während in Borkum noch gebadet wird, wird in Köln schon Musik gesucht.
Die "Rumpelkapelle" Valderramaaus Jena hat ihre Bereitschaft bekundet uns mit Ihrer Musik zu beglücken. Jetzt heißt es Köpfe rauchen lassen und die ersten Entscheidungen treffen.
Manchmal können Rechenaufgaben richtig Spaß machen. Zum Beispiel: Wenn ein Dudelsack 130 Dezibel erzeugt, wieviel Geigen benötigt man, um den Blick des Dudelsackspielers zu auf die Geigergruppe zu lenken.
Wir arbeiten an der experimentellen Lösung dieser Aufgabe sie liegt bei größer zwei soviel wissen wir schon.
Andere Aufgaben lassen sich einfacher lösen, bis zum molligen Kurzurlaub sind es noch genau 317 Tage. Das heißt für uns, dass die Vorbereitung beginnen müssen.
Am letzten Freitag im Juli treffen wir uns um die ersten Pflöcke in den Boden der Tatsachen zu schlagen.